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Reifen zerstochen an Amazon-Lieferfahrzeug und LivEye-Auto

By chronik on 3. August 2020

Aachen, 3. August 2020

In den frühen Morgenstunden vom 2. auf den 3. August haben wir, eine Feministische Autonome Zelle (FAZ), in der Eifelstraße in Aachen die Reifen von zwei Autos im Kontext von Überwachungs- und Sicherheitstechnologie geplättet. Es handelt sich um ein Auto einer_s Auftragnehmer_in von Amazon und ein Auto des Überwachungstechnologie-Unternehmens LivEye. Mit Messerstichen in jeweils alle 4 Reifen haben wir beide Autos fahrtuntüchtig gemacht. Damit wollen wir unserem Widerstand gegen Überwachung, Technologischen Angriff und Versicherheitlichung Ausdruck verleihen.
Die Aktion ist Teil einer Choreografie mit der Aktion einer FAZ etwa zur gleichen Zeit in Karlsruhe (Tor Link: http://raxuatgmxdvnp4no.onion/node/1596537085956703/).

Zur Sabotage der beiden Autos haben wir ein einfaches Küchenschneidemesser verwendet und es seitlich (nicht durchs Reifenprofil) in die Reifen gestochen. Dadurch entweicht sofort relativ laut, aber ohne Knall, die Luft aus den Reifen. Diese Methode erfordert nicht viel Kraft. Zur Vermeidung von Spuren sollten mehrere Lagen sauberer Einmalhandschuhe getragen werden. Das scharfe Messer am besten in einer sauberen Verpackung transportieren, die davor schützt, sich versehentlich zu verletzen. Nach der Sabotage können in einiger Entfernung vom Aktionsort Messer, Verpackung und Handschuhe getrennt entsorgt werden. Vor der Sabotage haben wir die Anwesenheit von Menschen im Auto und in unserer Nähe ausgeschlossen.

Amazonen statt Amazon

Mit Amazon und LivEye haben wir 2 Firmen gewählt, die wir im Kontext der zunehmenden Überwachung und Aufwertung der Städte sehen. Amazon ist, wie eine FAZ im Sommer 2019 bereits erklärte (https://barrikade.info/article/2517), nicht nur schlechter Arbeitgeber und kapitalistischer Großkonzern, sondern darüber hinaus auch wichtiger Akteur in der Bereitstellung von Überwachungssoftware für Staaten, Polizei und Geheimdienste. In Städten wie Berlin spielt Amazon außerdem eine zentrale Rolle in der Gentrifizierung, deren Konsequenzen ganz besonders ärmere Menschen und Freiräume trifft (Infos z.B. hier https://barrikade.info/article/3759). Amazon arbeitet mit vielen Logistikunternehmen zusammen. Deren Autos sind wie in diesem Fall meist durch eine „Amazon“ Aufschrift außen oder durch ein Schild vorne in der Fahrer_innenkabine gut zu erkennen.
Bei LivEye mobile Überwachungstechnik handelt es sich um ein international tätiges Unternehmen, das unter anderem (intelligente) Überwachung von Baustellen und Großbauprojekten, aber auch z.B. von Kraftwerken und Windparks zur Verfügung stellt. Zudem ist es Teil des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft.

Beide Aktionen haben wir in Solidarität mit der anarcha_queer_feministischen Hausbesetzung Liebig34 in Berlin unternommen. Diese ist direkt von Gentrifizierung und Repression betroffen und seit Kurzem akut räumungsbedroht. (http://liebig34.blogsport.de/)

Die beiden choreografierten Aktionen in Karlsruhe und Aachen stehen in einer Reihe mit der Aktion einer FAZ gegen die reaktionäre Tübinger Offensive Stadtmission (TOS) im Dezember 2019 (https://barrikade.info/article/3033), die den Start einer Kampagne zu explizit feministischen Themen markiert. Wir unterstützen den Aufruf der Liebig34 nach Sachbeschädigung und Krawall für den Erhalt des Projekts und senden unsere Solidarität und Kraft an das Projekt Liebig34, ihre Bewohner_innen und Unterstützer_innen.

Warum feministische Themen und Ziele?
Queer_Feministisch sein hieß für uns immer wehrhaft sein (müssen) gegen die patriarchale, bürgerliche Gesellschaft. Unser Leben lang unsere Körper, Arbeitskraft, Geist und Wohlbefinden verteidigen zu müssen gegen Vereinnahmungen und Gewalt. Wie eine Zelle kürzlich in einem Antworttext schrieb (https://barrikade.info/article/3700), werden Queer_Feminismus und militante Handlungen aber auch in linken Diskursen häufig künstlich voneinander getrennt: also Militanz für un-feministisch gehalten oder Feminismus nur unter dem Dogma der „Gewaltfreiheit“ verhandelt. Diese „Entwaffnung“ ist in unseren Augen ein Mittel, feministische Kämpfe kleinzuhalten und z.B. innerhalb anderer linker Kämpfe zu vereinzeln. Daher ist für uns so wichtig, unsere Widerstandsformen immer wieder laut zu machen und uns immer wieder als feministisch zu bekennen. Die erzwungene Trennung beider Themen zeigt aber auch, wie machtvoll Verbindungen von Feminismus und Militanz sind und sein könnten. Daher wollen wir hiermit zu Aktionen feministischer Militanz aufrufen: Dem Angriff auf Akteur_innen der patriarchalen Gesellschaft wie Abtreibungsgegner_innen, Konversionstherapie, religiöse Sexisten und Queerfeinde, Antifeminist_innen, Akteur_innen und Profiteur_innen gesellschaftlicher „Schönheits-„Normen, Nazis usw.

Wir freuen uns über die Grüße und senden liebste zurück an die Fantifa Hexen aus dem Schwarzwald (https://barrikade.info/article/3209), die Menschen, die ein Telekom-Auto in Hamburg (https://chronik.blackblogs.org/?p=11723), Bosch Autos (https://chronik.blackblogs.org/?p=12090, https://chronik.blackblogs.org/?p=11518) und Gunnar Schupelius Auto in Berlin zerlegt haben (https://de.indymedia.org/node/57093) und an all die anderen wundervollen Menschen, die im Kampf gegen Patriarchat und Herrschaft zur Tat schreiten. Ob mit Feuerzeug oder Suppenkelle – wir sind gespannt auf kommende Taten!

Gruß und Kuss,

eine Feministische Autonome Zelle

P.S. Wer in Aachen gerne Amazon ein weiteres Mal besuchen möchte, hier einige Tipps:

1) Amazon Development Center Aachen
Hier wird in einem der drei Forschungszentren von Amazon in Deutschland an Künstlicher Intelligenz und Alexa geforscht. Amazons Center ist dabei im Gebäude der AachenMünchner (Teil der Generali Versicherungen) in der Aureliusstraße 2 in 52064 Aachen.

2) Amazon Hub Locker
Paketstationen von Amazon (Infos dazu in den Texten anderer FAZ Aktionen):
– cherokee: Shell Tankstelle, Prager Ring 106, Aachen
– chantal Shell Tankstelle, Von-Coels-Straße 11, Aachen
– rafi: Shell Tankstelle, Hauptstr. 244, Würselen
– Shell Tankstelle: Erkensstraße 2-4, Herzogenrath

3) Digital Hub in der ehemaligen St.-Elisabeth-Kirche
Start Up Standort, der mit Amazon zusammenarbeitet.
Jülicher Straße 68, Aachen

4) Fahrzeuge von Logistik-Auftragnehmer_innen von Amazon: Stehen mit Amazon Aufschrift oder Schild gut erkennbar in der Stadt rum.

Quelle: geistige-gefaehrdungen.net, Diymedia (Tor)

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