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Farbe, Steine und Feuer gegen die Stadt der Reichen

By chronik on 29. Mai 2016

180492Berlin, 29. Mai 2016

Wir haben uns in der Alten Jakobstraße ein Stelldichein gegeben um unsere Wut über Ausgrenzung, Vertreibung, Kontrolle und Verachtung gegenüber einer Stadt der Reichen mit Farbe, Steinen und Feuer sichtbar zu machen.

Unsere Aktion zielte auf den Luxusneubau “Fellini Residences”, ein im Bau befindliches Gebäude für hochwertige Eigentumswohnungen der Immobilienfirma Patrizia, ein dazugehöriges Baubüro und ein Immobilienbüro der Firma, ein Umspannwerk von Vattenfall, mehrere hochwertige Autos, ein Hotel und einen Supermarkt. Unseren Rückzug sicherten wir mit zwei brennenden Barrikaden und Krähenfüssen ab.

Die Luxusneubauten stehen für eine Stadtentwicklung zu Gunsten der Reichen und zeigen offenkundig die Trennung in Teilhabende und Ausgeschlossene:

Während die einen in ihren Appartments der “gefühlsvollen Inszenierung italienischer Lebensqualität” fröhnen wird der Pöbel durch Überwachungskameras fern gehalten.
Während die einen auf die Wertsteigerung anstossen, müssen sich andere vor Zwangsräumungen fürchten.

Wer sich ausserhalb der Verwertungslogik selbst organisiert und sich städtischen Raum zu eigen macht, kriegt den Polizeiknüppel zu spüren, wie kürzlich bei einem kurdischen Strassenfest in Kreuzberg oder den immer wieder stattfindenden Besetzungen für ein soziales Zentrum.

Wenn sich ein ganzer Kiez widerständig zeigt wird kurzerhand ein Gefahrengebiet eingerichtet, um mit Schikanen, Kontrollen und Gewalt einzuschüchtern. Wer denkt mit Repression die Stimmen und Taten tot zu kriegen die sich gegen Vertreibung stellen und wehren, hat sich geirrt. Wir tauchen dann auf wenn nicht mit uns gerechnet wird und schlagen dort zu wo sich die Schweinereien dieser Politik manifestieren.
Solange aus Wohnraum Profit gemacht wird heisst unsere Initative Sabotage und Zerstörung. Jede Räumung hat ihren Preis!

Der Energiekonzern Vattenfall steht für das schmutzige Geschäft mit natürlichen Ressourcen, unter anderem in den Braunkohlegruben in der Lausitz. Weltweit tobt ein Krieg um die Bodenschätze, überall auf der Welt sind ökologische Katastrophen die Folge davon und verusachen Elend und Vertreibung. Zu Gunsten einer hochtechnologisierten Welt ist diese Gesellschaft bereit über Leichen zu gehen. Nach Jahrzehnten der Verdummung und Entfremdung apathisch genug um nicht zu merken das wir in dem Zug sitzen der direkt auf eine Wand zurast…

Doch mit Freude blicken wir über die Landesgrenzen hinaus und erkennen die Feuer am Horizont, welche die Jugenlichen und Streikenden Arbeiter_Innen in Frankreich entfachen, genauso wie an vielen anderen Orten dieser Welt wo die Revolten gegen die herrschenden Verhälnisse sichtbar werden.

Wir erkennen uns darin wieder und senden solidarische und lodernde Grüße!

Quelle: Linksunten

 

 

 

Polizei:

 Anwohner haben in der vergangenen Nacht die Polizei wegen mehrerer Sachbeschädigungen in der Alten Jakobstraße in Mitte alarmiert. Ihren Angaben zu Folge waren gegen 1.30 Uhr in der Alten Jakobstraße zwischen Seydelstraße und Sebastianstraße mehrere schwarz gekleidete, vermummte Personen in Kleingruppen von fünf bis sechs Personen unterwegs, die zunächst an den beiden Kreuzungen Barrikaden aus brennenden Autoreifen errichteten und „Krähenfüße“ auslegten. In der Folge wurden durch die Randalierer in dem Straßenabschnitt mehrere Brandstiftungen an Fahrzeugen und Gebäuden sowie diverse Schabeschädigungen u.a. durch Steinwürfe begangen. Noch bevor die alarmierten Polizisten eintrafen, waren die Kriminellen unerkannt entkommen. Ein Funkwagen wurde bei der Anfahrt zum Tatort an der Alten Jakobstraße Ecke Sebastianstraße durch ausgelegte „Krähenfüße“ beschädigt. Die Brände wurden durch Einsatzkräfte der Feuerwehr gelöscht. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt ermittelt jetzt wegen des schweren Landfriedensbruchs.

 

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