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Farbe und Bauschaum gegen Deutsche Bank

By chronik on 24. April 2017

Hamburg, 24. April 2017

Die Deutsche Bank AG mit Sitz in Frankfurt am Main ist eine der größten Universalbanken der Welt und die größte Bank Deutschlands. Sie vereint eine Vielzahl an Finanzdienstleistungen, u. a. das Kredit- und Einlagengeschäft, ist aber auch im Kapitalmarktgeschäft tätig. Zudem ist die Deutsche Bank als Versicherer aktiv und bietet über die Fondsgesellschaft DWS der Deutschen Bank-Gruppe Anlagen in Wertpapiere an. Die Bank ist in über 70 Ländern vertreten und verfügt über fast 100.000 Angestellte, davon etwa 45.000 allein in Deutschland.

Die Deutschen Bank profitiert von Umweltzerstörung, Ausbeutung und Krieg.

Die DAPL ( Dakota Access Pipeline) ist eine weitgehend fertiggestellte Erdölpipeline in den USA mit einer Länge von 1.880 km. Im Dezember 2016 wurde der Bau der Pipeline von Barack Obama vorerst gestoppt. Donald Trump hob per Dekret entsprechende Entscheidungen auf, den Donald Trump hält Aktien an der Firma, die die Pipeline baut. Seit Monaten tobt in North Dakota, USA, ein Kampf um die heiligen Städten der Standing Rock Sioux, ihre Wasserversorgung und den Klimaschutz. Denn mitten durch heiliges Land soll die Dakota Access Pipeline gebaut werden — ein Monstrum, das täglich mehr als 55 Millionen Liter Erdöl transportieren soll. In North Dakota gab es in den letzten zwei Jahren fast 300 Öl-Unfälle mit Pipelines. Kein Wunder, dass die Sioux  dieses Megaprojekt auf ihrem heiligen Land ablehnen, das ihr Trinkwasser gefährdet. Eines der größten Protest Camps Namens Sacred Stoned  mit ca. 20.000 Menschen wurde schon geräumt. Die Bayern LB hat inzwischen angekündigt sich aus der Finanzierung der Pipeline zurück zuziehen. Doch die Deutsche Bank hält weiterhin an der Finanzierung der Pipeline fest. Sie ist mit einem Kredit von 100 Millionen Dollar für Sunoco Logistics Partners L.P. und mit einem weiteren Kredit von über 60 Millionen Dollar für Energy Transfer Equity L.P. involviert. Die Deutsche Bank hält zudem 3% an Energy Transfer Partners L.P. Diese zwei Firmen finanzieren direkt die Dakota Access Pipeline und so ist die Deutsche Bank mit verantwortlich für Umweltzerstörung und Verletzung von vertraglich zugesicherten Rechten.

Arbeitsrechte

Die Berücksichtigung von Themen wie dem Versammlungsrecht, dem Recht auf kollektive Gehaltsverhandlungen sowie der Abschaffung aller Formen von Diskriminierung wird nur explizit durch die DWS als Vermögensverwaltungsgesellschaft der Deutschen Bank thematisiert. Jedoch fordert die Deutsche Bank Unternehmen nicht dazu auf, den für den Lebensunterhalt notwendigen Mindestlohn zu zahlen oder eine Höchstgrenze für Arbeitsstunden einzuführen.
Wiederholte Verstöße gegen international anerkannte Arbeitsnormen sind den Unternehmen Freeport-McMoRan, Wilmar, Gap, Hyundai Motor Group und Wal-Mart sowie Daewoo, HeidelbergCement, Inditex und Verizon vorgeworfen worden. Zu allen Unternehmen unterhält die Deutsche Bank Finanzbeziehungen.

Rüstung

Landminen und Atomwaffen werden nur teilweise in der Vermögensverwaltung ausgeschlossen. Öffentliche Richtlinien zur Handhabung der Finanzierungen von und Investitionen in kontroverse Waffensysteme (biologisch und chemisch) und deren Hersteller, sowie zum Export konventioneller Waffen in Regime, die Menschenrechte missachten, fehlen vollständig. Wie viele andere Banken unterhält auch die Deutsche Bank Finanzbeziehungen zu Rüstungsunternehmen wie Hanwha Corp., Leonardo, Airbus, Lockheed Martin, Rheinmetall und Rolls-Royce sowie BAE Systems, Boeing, Heckler & Koch, Krauss-Maffei Wegmann, Northrop Grumman, ThyssenKrupp. Diese Unternehmen produzieren und handeln mit konventionellen und kontroversen Waffen (ABC-Waffen, Streumunition und Landminen) und liefern diese zum Teil an Regierungen, welche bekanntermaßen fundamentale Menschenrechte missachten. Obwohl die Deutsche Bank angibt, nicht in die Produktion von Atomwaffen zu investieren, gilt dieser Ausschluss nicht für alle Geschäftsbereiche der Bank und scheint so die anderweitige finanzielle Unterstützung von Atomwaffenherstellern zu rechtfertigen.

Nahrungsmittel

Es fehlt der Bezug zu wichtigen Umweltthemen wie beispielsweise die Berücksichtigung von Mindeststandards bei der Produktion und dem Handel mit genetisch modifizierten Organismen oder der Respekt des Tierwohls in der Nahrungsmittelproduktion. Die Deutsche Bank unterhält Finanzbeziehungen zu Unternehmen wie Bayer, Wilmar, Cargill, Soda Stream sowie Coca-Cola, Nestlé und Syngenta. Während Cargill, Coca-Cola und Nestlé, Syngenta und Soda Stream in der Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln aktiv sind und in diesem Kontext verantwortlich für Menschenrechtsverletzungen, Ausbeutung von Arbeitern und Umweltzerstörung, ist Bayer u.a. verantwortlich für die Herstellung und den Vertrieb von Pestiziden, die giftig für Mensch und Umwelt sind. Durch die Unterstützung dieser Lebensmittel- und Agrarkonzerne in Form von Kapitalbeschaffung ist die Deutsche Bank auch für deren kontroverse Geschäftspraktiken mitverantwortlich.

Dies sind nur einige Gründe von vielen weshalb wir uns die Deutsche Bank als Ziel ausgesucht haben. Wir haben in der Nacht zum Montag 24.04.  die Eingangstür zur Deutschen Bank Filiale in Hamburg Othmarschen mit Bauschaum vorübergehend dicht gemacht.  Zusätzlich haben wir die Bank mit Farbbeutel und Bitumen markiert und mit Sprayfarbe haben wir auf ein Fenster „ NO G20“ draufgeschrieben . Mit dieser Aktion haben wir uns an den dezentralen Anti-G20 Aktionsmonat beteiligt, wir freuen uns über weitere Aktionen noch im April und drüber hinaus. Zusätzlich möchten wir nochmal an den am 05.12.2016 auf Linksunten veröffentlichten  Aufruf Banken Smashing Contest G20 erinnern. Unter anderen haben sich schon Leute aus Bremen und Münster daran beteiligt.

Quelle: Linksunten

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