Zahlreiche Parolen gesprüht

München, 14. Oktober 2018

Am Sonntagabend sind rund 30 Vermummte durch Obergiesing gezogen. Sie beschmierten Hauswände und warfen Böller. Die Polizei ermittelt.

München – Zerbrochene Scheiben, brennende Autos und Reifen, Schmierereien – schon seit einigen Jahren häufen sich mutwillige Sachbeschädigungen an fremdem Eigentum, vorzugsweise in Giesing. Die Polizei vermutet die Täter im linksextremen Spektrum, darunter Gentrifizierungsgegner.

Am Sonntag nach der Wahl zog eine Gruppe von etwa 30 Vermummten durch Giesing und beschmierte Häuser. Dieses Mal war die Polizei möglicherweise erfolgreich bei ihrer Suche nach den Tätern: Sie nahm neun Verdächtige im Alter von 20 bis 35 Jahren vorläufig fest. Mindestens zwei von ihnen sind Studenten.

Gegen 22.30 Uhr riefen mehrere Anwohner bei der Einsatzzentrale an und meldeten, dass in der Aignerstraße Vermummte durch die Straße ziehen. Als die Polizei eintraf, waren die Vandalen schon weitergezogen, hinterlassen hatten sie 22 „Schmierschriften“ (Polizei) an 17 Häusern, darunter den Spruch „Geht stehlen statt wählen“ und diverse Polizistenbeleidigungen.
Anzeige gegen neun Verdächtige

Bei ihrer Fahndung stieß die Polizei auf neun Verdächtige. Sie bekamen Anzeigen wegen Landfriedensbruch und Sachbeschädigung. Die jungen Leute sollen zuvor an einer Veranstaltung der Linkspartei am Stachus teilgenommen haben.Dort gingen rund 210 Menschen unter dem Motto „Nicht unsere Wahl. Gegen den Rechtsruck“ auf die Straße.

Das Kommissariat 43 will nun prüfen, ob die acht jungen Männer und eine Frau noch andere, bislang ungeklärte Vandalismus-Straftaten begangen haben.
Nicht der erste Vandalismus Fall in der Gegend

In Giesing kommt es immer wieder zu Fällen von Vandalismus. Ursache dafür dürfte die fortschreitende Aufwertung des Viertels und die damit verbundene Angst vor Verdrängung durch hohe Mieten sein.

Anfang des Jahres wüteten unbekannte Täter am Tegernseer Platz und schmissen Farbbeutel auf eine Fassade. Eine Zeugin beschrieb damals eine zwei Vermummte, die in die Aignerstraße geflüchtet waren. Wenige Monate zuvor schmissen Unbekannte Fensterscheiben ein – an der Ichostraße brannte ein Reifen. Ob die Fälle zusammenhängen ist unklar.

Quelle: AZ