Glasbruch bei Hausverwaltung

Berlin, 30. September 2018

Gestern abend hats der Besitzer der Liebig34 und der Weide63, der berüchtigte Gijora Padovicz, richtig dicke bekommen. Neben der Demo durch Friedrichshain, auf der sein Name in keinem Redebeitrag fehlte, wurde nach der Demo auch noch sein nahezu leerstehendes Wohnhaus im Weidenweg 63 besetzt. Noch während die Besetzung lief wurden auch seine beiden Hausverwaltungen Factor in Karlshorst und Vivo in Wilmersdorf angegriffen.

Factor verwaltet u.a. die Liebig34 und ist den meisten Mieter*innen als „inkompetent, unerreichbar und brutal“ bekannt. Die Factor Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH wurde 1996 gegründet. Geschäftsführerin und Gesellschafterin ist Andrea Tragsdorf, verheiratet mit dem ehemaligen Wirtschaftsstadtrat Friedrichshain, Tilo Tragsdorf, auch ehemaliger Geschäftsführer der Factor. In dem neuen Karlshorster Büro wurde gestern abend mit Steinen für Durchzug gesorgt und eine Solierklärung für die Liebig34 hinterlassen.

Am Hohenzollerndamm traf es den Neffen von Padovicz, Eliran Hessing, der mit seiner Frau Angelika die Hausverwaltung Vivo betreibt. Sie verwalten u.a. den Weidenweg 63 und haben gestern gegen 0:30 Uhr von der Polizei die Räumung des Hauses verlangt. Parallel wurden sie per Farbe in ihrer Nachbarschaft bekannt gemacht. Hessing ist Räumungen gewohnt. Im Mai berichteten Mieter*innen aus der Hauptstraße in Lichtenberg von Räumungen stiller Besetzungen. Schon 2012 berichtet Karla Pappel von Entmietungen in Treptow durch Vivo.

Der Kampf für den Erhalt der Liebig34 hat gerade erst angefangen.

Quelle: Indymedia (Tor)

 

 

Unbekannte haben in der Nacht zu Sonntag in Berlin-Karlshorst das Büro einer Immobilienfirma demoliert. Auf die Fassade wurde «L34 bleibt!» gesprüht, wie die Polizei mitteilte. Dies ist die Abkürzung für ein linksalternatives Wohnprojekt in der Liebigstraße in Friedrichshain. Da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen wird, übernahm der polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen.

Ob auch ein Zusammenhang mit der Besetzung einer leer stehenden Wohnung im Weidenweg am Samstagabend im Stadtteil Friedrichshain besteht, war laut Polizei zunächst unklar. Dies werde aber geprüft, sagte ein Sprecher. Mit der Besetzung sollte auch für den Erhalt der nahegelegenen Liebigstraße 34 protestiert werden. Die Polizei räumte das Gebäude im Weidenweg, 87 Menschen wurden kurzzeitig festgenommen.

Das Büro der Immobilienfirma befindet sich im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses in der Heiligenberger Straße. Fünf Fenster wurden in der Nacht zum Sonntag eingeschlagen.

Quelle: Welt